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Old Oct 15, 2006, 12:53pm   #1
vodoo
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vodoo
Default Poker und das versuchte Schicksal. Eine Art Essay über den Sinn des Verlierens

Geht es beim Poker nicht auch gerade darum, das VERLIEREN zu üben und ertragen zu lernen?

Wer es nur zum Gelderwerb macht, das "Spielen", der muss entweder sehr talentiert sein oder wie ein Buchhalter strukturiert, damit er sich nicht in der Routine tödlich langweilt. Oder aber, er findet einen doch besseren und die Welt beeinflussenderen Job. Poker schafft ja nichts Neues.

Die Herausforderung ist doch aber ansonsten immer AUCH: wie ertrage ich es Pech zu haben, das "unschuldige" Opfer zu sein, wenn der Mitspieler auf Turn und River seine beiden letzten Outs trifft.

Ich finde, man sollte hier demütig sein und fast dankbar, für solch eine "billige" Erfahrung. Bzw. genau das üben!

Gehst Du morgen früh über den Zebrastreifen und irgendein Maniker kommt im falschen Moment mit seinem Audi angeschossen oder der Blumentopf auf Nachbars Balkon im 10. ist nicht richtig fest, dann kann es sein AUS, Dein Spiel des Lebens. Rien ne va plus.

Was ist dagegen so ein Bad Beat, bzw. ein Downswing? Wer spielt denn Poker nicht gerade um damit umzugehen, daß man nicht alles selbst beherrschen kann? Daß das Schicksal doch mächtiger ist, als Dein persönlicher Einfluss!

Wer gerne nur bei sich die Verantwortung haben möchte, der spiele Schach oder Tischtennis.

Und zugegeben: Poker ist auf lange Dauer sicher so sehr ein Glücksspiel wie das Roulette für das Spielkasino. Kurzfristig oder bei EINEM Turnier z.B. geht ohne Glück aber gar nichts. Meinst Du Jamie Gold hat nicht auch viel viel Glück gebraucht neben Können um an den Final Table zu kommen?

Die Motivation mit dem Poker anzufangen oder aufzuhören ist siche nicht so einfach zu durchschauen. Wenn es zu sehr frustriert, darf man es lassen. Sicher sind Frustrationen bei manchen zumindest sehr entwicklungsfördernd. Ich möcthe mir nicht anmassen darüber zu urteilen, ob im Weitermachen mehr Entwicklungspotential liegt, im Vergleich mit Aufhören. Aber das Spiel an sich trainiert immer auch den Umstand, daß man aus Pech heraus verlieren kann.

Am schlimmsten ist es oft, wenn man eine Wahl hat und sich immer wieder neu zu entscheiden gedenkt. Die Gegenmeinung dazu: Immer radikal und niemals konsequent! Oder ganz anders?


Liebe Grüße

vodoo
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Dealt the loosing hand
No need for jealousy
As our worlds collapse
Who will the saviours be?
Could you stand back and take this all in
Before it’s too late? now,
Could you stand back and set this soul free
Before it’s too late? (Paradise Lost)
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Old Oct 15, 2006, 1:01pm   #2
Jimbotbs
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Wer gerne nur bei sich die Verantwortung haben möchte, der spiele Schach oder Tischtennis.
Gaaanz schlechtes Beispiel!
Schliesslich gibt es auch beim Tischtennis Bad Beats am laufenden Band in Form von Netzrollern und Kantenbällen.
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Old Oct 15, 2006, 1:20pm   #3
vodoo
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vodoo
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Na komm! Dann gibt es ja nur noch Glück. Wo ist denn dann da noch die Grenze. Kante ist nunmal sehr genau getimet! "Und hätte ich nicht das Pech gehabt und mein Gegenspieler wäre am morgen doch mit dem falschen Bein aufgestanden und hätte sich das Bein gebrochen: ich hätte kampflos gewonnen."

"Glück" kann man nunmal so ode so definieren. Aber ist es Glück, wenn der Ball doch noch rüberspringt? Ist es Glück, wenn ich gerade noch die Platte treffe? Ist es Glück, wenn der Gegner einen Fehler mehr macht als ich? Ist es Glück, daß ich den vorletzten Fehler gemacht habe und der Gegner eben den letzten?

Ich stehe zu dem Beispiel weiterhin und sehe einen Unterschied zum Poke. Und Information besteht nunmal aus Unterschieden.

Liebe Grüße

vodoo
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Old Oct 15, 2006, 1:23pm   #4
Herakleios
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Mal gucken wie du morgen das Verlieren genießt

Edit: Glaube du wolltest mehr konstruktives Philosophieren mit deiner These in Gang bringen. Also ohne Zweifel dient Poker auch zur Selbsterfahrung, allerdings sehe ich diesen Aspekt beim Langzeitpokern eher minimal an. Vor allem geht es darum Spaß zu haben, Geld zu machen und die Feinheiten des Spiels zu lernen.
Wenn man darauf aus ist Erfahrungen zu sammeln sollte man eher viel mehr differenzierte Tätigkeiten/Hobbies ausüben, ein einziges allein genügt dem nicht. Insofern würde ich jedenfalls deiner These widersprechen.

Last edited by Herakleios; Oct 15, 2006 at 1:47pm.
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Old Oct 15, 2006, 2:00pm   #5
vodoo
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vodoo
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Natürlich sind noch viel mehr andere Aspekte mit im Spiel. Deshalb das AUCH.

Und was ist schon Spaß? Es soll Menschen geben, die haben Spaß daran Schläge zu bekommen, und vielleicht sollte man ihnen gerade nicht sagen, bzw. "bewußt" machen warum, weil dann macht es ihnen vielleicht keinen Spaß mehr. Das wäre ein Verlust vielleicht ohne Ersatz.

Ansonsten ist mein Text sicher eher eine These an jene, die gerade Vezagen ob dem eigenen Unglück am Pokertisch. Ich finde jede Münze hat eben mindestens 3 Seiten und wollte mal eine andere kurz beleuchten. Nur so als Angebot.

Danke für die Erwiderung bzw. Ergänzung

LG

vodoo
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Old Oct 15, 2006, 2:11pm   #6
Jimbotbs
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@ vodoo

Das war natürlich NICHT ernst gemeint. Da ich selber spiele, musste ich nur daran denken, wie manche Leute dabei abgehen und die Schuld bei einer Niederlage immer mit dem Glück des Gegners begründen.
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Old Oct 15, 2006, 2:41pm   #7
vodoo
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Originally Posted by Jimbotbs View Post
@ vodoo

Das war natürlich NICHT ernst gemeint. Da ich selber spiele, musste ich nur daran denken, wie manche Leute dabei abgehen und die Schuld bei einer Niederlage immer mit dem Glück des Gegners begründen.
So unlogisch fand ich das dann eben auch nicht. Und man konnte daran schön den Unterschied deutlich machen. Das fand ich gut. Manchmal ist es sogar hilfreich den größten Mist zu vertreten, ob nun ernst oder nicht. Man denke nur an mein doofes "Lex vodoo" von neulich ?!
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Old Oct 15, 2006, 6:58pm   #8
santazero
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@ vodoo

Das war natürlich NICHT ernst gemeint. Da ich selber spiele, musste ich nur daran denken, wie manche Leute dabei abgehen und die Schuld bei einer Niederlage immer mit dem Glück des Gegners begründen.
ist das einfachste immer die schuld beim gegner suchen.
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