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Old Nov 10, 2007, 1:03pm   #1
AllPartyAce
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Default Tilt !

... ist ein Probelm. Deshalb wollte ich mir mal Gedanken über die Ursachen, Konsequenzen und Gegenmaßnahmen machen.

Ich bin immer erstaunt wie oft ich von 5-10 buy-in up- und downswings lese. Ich habe, wenn ich mein A-Game spiele eigentlich ziemlich wenig swings. Dann gehts konstant nach oben, nur in regelmässigen Abständen, BOOM, steil bergab. Ich bezeichne das aber nicht als downswing oder Varianz, weil ich weiß, dass ich viel davon selbst zu verschulden hab. Leider kamen diese steaming sessions in letzter Zeit immer wieder vor. Meistens dann, wenn ich mir vornehme wieder mehr zu spielen, weil es im Prinzip einfach ist.
Wenn ich es schaffen könnte so etwas zu vermeiden, hätte ich eine super winrate bei wenig Varianz. Kann das so schwer sein?
Auslöser für tilt sind selten suckouts, damit finde ich mich ab. Es sind diese Situationen, in denen jeder c-bet gecallt, jeder semi-bluff geraised wird und keine Hand trifft. Dann reicht TPTK um um stacks zu spielen, auch gegen TAGs. Und wenn ich dann hinten bin, ärgerere ich mich über das eigene Spiel. Und dann gehts los.
Wie kann ich resitenter werden?

Sobald man realisiert, dass man am steamen ist, hat man 2 Möglichkeiten:
- Man beendet die session sofort. Das erfordert Disziplin und man kann weitere Verluste vermeiden
- Man atmet tief durch, ordnet seine Gedanken und findet zurück zum A-Game. Dann müsste man nicht einen Tisch verlassen, der stark +EV ist, oder kann ggf sein eigenes maniac image nutzen. Ausserdem ist tilt zu überwinden ein wichtiger skill und hilft auch tilt vorzubeugen.
Was ist das beste wenn ich merke, dass ich anfange zu steamen ?

Ausserdem interessieren mich die Auswirkungen von tilt auf verschiedene Spielarten (cashgame, SnGs, MTTs). Ich denke im cashgame, können die Folgen am schlimmsten sein, da man leicht den überblick verliert, wieviel man schon down ist. Ich spiele fast keine SNGs und MTTs weil es mich viel mehr ärgert wenn ich dort mit einer besseren Hand buste. Aber ich kann mich nicht erinnern dadurch schonmal wirklich getiltet zu haben. Ich habe besonders MTTs (obwohl sie mir Spass machen) immer gemieden, da ich fürchtete die hohe Varianz könnte mich fertigmachen. Wie wirkt sich das auf tilt aus?
Könnte ein Turnierspieler hier seine Einschätzung abgeben?

Und mal allgemein, wenn ich merke dass ich durch tilt immer wieder Einbrüche erleide, wieviel sollte ich überhaupt pokern? Ich fänds ganz cool wenn ich ein paar Dollar nebenbei zu machen und es wär auch schade wenn ich alles Wissen umsonst aufgebaut hätte. Allerdings frage ich mich manchmal ob es die ganze Zeit und den Ärger wert ist.
Wie merkt ein winning player, ob er als Pokerspieler (kein Pro) geeignet ist?



Ich hoffe, das ist seinen eigenen thread wert. Manche hier scheinen mit swongs ja wesentlich besser umgehen zu können, aber bei mir reicht eine 6 buy-in losing session um in spieltechnische Selbstzweifel zu verfallen. Würde mich freuen hier interessante Antworten/Diskussionen zu lesen.

Randbemerkungen:
- ich habe noch keine Maus, aber dafür ein handydisplay zerstört
- das Microsoft Wireless Multimedia Keyboard ist extrem schlagresitent. Nur zu empfehlen !
- der "Pokerstars Stress Star" bringt gar nix, weil er nich kaputt geht

Last edited by AllPartyAce; Nov 10, 2007 at 5:19pm.
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Old Nov 10, 2007, 1:23pm   #2
Flitschi
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Wie kann ich resitenterv werden?

Sobald man realisiert, dass man am steamen ist, hat man 2 Möglichkeiten:
- Man beendet die session sofort. Das erfordert Disziplin und man kann weitere Verluste vermeiden
- Man atmet tief durch, ordnet seine Gedanken und findet zurück zum A-Game. Dann müsste man nicht einen Tisch verlassen, der stark +EV ist, oder kann ggf sein eigenes maniac image nutzen. Ausserdem ist tilt zu überwinden ein wichtiger skill und hilft auch tilt vorzubeugen.
Was ist das beste wenn ich merke, dass ich anfange zu steamen ?
mMn ist es ein Kennzeichen von Tilt dass man es nicht schafft rechtzeitig den Tisch zu verlassen, von daher würde ich die erste Möglichkeit ausschließen, sonst ist man ja nicht auf Tilt.

Durchatmen und sein A-Game wieder finden ist schneller gesagt als getan, wenn ich eine Session mit 4-5 Stack down habe kann ich nicht einfach abschalten. Selbst wenn ich dann mit dem Hund rausgehe oder so was beschäftigt mich die Session noch, denn ich überlege was ich wie gespielt habe und wo die Fehler waren.

Ich versuche mit anzugewöhnen den Tisch zu verlassen wenn ich 2 Stacks verloren habe ohne Suckouts sondern durch eigene Unzulänglichkeit.


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Originally Posted by AllPartyAce View Post
Ausserdem interessieren mich die Auswirkungen von tilt auf verschiedene Spielarten (cashgame, SnGs, MTTs). Ich denke im cashgame, können die Folgen am schlimmsten sein, da man leicht den überblick verliert, wieviel man schon down ist. Ich spiele fast keine SNGs und MTTs weil es mich viel mehr ärgert wenn ich dort mit einer besseren Hand buste. Aber ich kann mich nicht erinnern dadurch schonmal wirklich getiltet zu haben. Ich habe besonders MTTs (obwohl sie mir Spass machen) immer gemieden, da ich fürchtete die hohe Varianz könnte mich fertigmachen. Wie wirkt sich das auf tilt aus?
Könnte ein Turnierspieler hier seine Einschätzung abgeben?

Ich spiele 70% MTTs und 30% Cashgame. Meiner Erfahrung nach kommt es auf viele Faktoren an ob ich in MTTs auf Tilt komme oder im CG. Bei MTTs fange ich langsamer an zu tilten als im CG. Selbst wenn ich 10 oder mehr durch Suckouts oder besch. Spiel verliere ist es noch OK, im CG machen mich 2 Stacks und mehr rasend.

Obwohl ich eine gewisse Tendenz dazu habe mehr MTTs zu starten je mehr ich vorher gebustet bin^^



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Und mal allgemein, wenn ich merke dass ich durch tilt immer wieder Einbrüche erleide, wie viel sollte ich überhaupt pokern? Ich fänds ganz cool wenn ich ein paar Dollar nebenbei zu machen und es wär auch schade wenn ich alles Wissen umsonst aufgebaut hätte. Allerdings frage ich mich manchmal ob es die ganze Zeit und den Ärger wert ist.
Wie merkt ein winning player, ob er als Pokerspieler (kein Pro) geeignet ist?
So lange du dich wohlfühlst. Wenn du der Ansicht bist dass du eher auf Tilt kommst und mehr Loosing Streaks hast wenn du mehr spielst, dann spiel ein Drittel weniger als bisher und beobachte nen Monat ob du damit mehr +EV bist.
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Old Nov 10, 2007, 1:23pm   #3
JeyBurns
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Schöner Post - ich kann Deinen Ausführungen nur zustimmen.

Das Schlimmste sind nicht die Beats die man erfährt, sondern der Ärger über das daraus resultierende schlechte spiel. Das ist mir bei mir auch schon öfter aufgefallen.

Oft ist das Problem, dass gute Spieler die Situation ausnutzen und nachdem man einen Beat erfahren hat, häufig moves machen. Häufig trifft man dann die falschen Entscheidungen und folded, wenn man vorne ist, oder zieht die Hand durch, wenn man hinten liegt.
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Old Nov 10, 2007, 1:31pm   #4
DirtySanchez80
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Mir gings im gesamtem Oktober genauso. Ein Tag super, am nächsten wieder steil bergab.
Ich hab da auch viel Geld durch dieses steamen gelassen.. wenn einfach nix haut und du mit Gewalt die Hände gewinnen willst.

Genau dann isses so wichtig mit Disziplin und Geduld auszuharren und Hände wegzulegen. Je nachdem wie verzweifelt Du schon versuchst deinen Gewinnen hinterherzujagen, würde ne kurze Kaffeepause machen oder SOFORT den Tisch verlassen und erst 1-2 Stunden später nochma kurz probieren.

Die Sache ist, wenn du glaubst, dass Dein Spiel solide ist pre-wie postlop, dann bleib dabei. Nich looser werden, nich' tighter.. weiterhin contibets, weiterhin semibluffs.. aber das ganze mehr vom Gegner abhängig machen. WTSD des Gegeners über 30%? aufm Board 2-3Overcards und Farben? weg damit.. da investier ich oft nichmal ne CB.

6buyins zu verlieren is so normal wie Durchfall.. ich hab schon erhebliche schlimmere Sessions gehabt wo ich 12stacks verloren hab.. der Oktober war echt hässlich.




trotzdem denke ich winner zu sein, weil am Monatsende bisher immer ein Plus stand und das gibt mir die Motivation weiterzuspielen und mehr zu lernen.

Last edited by DirtySanchez80; Nov 10, 2007 at 1:34pm.
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Old Nov 10, 2007, 1:47pm   #5
Theoderich der Große
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Originally Posted by JeyBurns View Post
Schöner Post - ich kann Deinen Ausführungen nur zustimmen.

Das Schlimmste sind nicht die Beats die man erfährt, sondern der Ärger über das daraus resultierende schlechte spiel. Das ist mir bei mir auch schon öfter aufgefallen.

Oft ist das Problem, dass gute Spieler die Situation ausnutzen und nachdem man einen Beat erfahren hat, häufig moves machen. Häufig trifft man dann die falschen Entscheidungen und folded, wenn man vorne ist, oder zieht die Hand durch, wenn man hinten liegt.
Du spielst wohl higher Limits , wo es Gegner gibt, die sowas ausnutzen können oder hast schlechte Tableselection
__________________
sashstar said:
Omaha wurde von Hitler selbst erfunden

beschissene dreckspisse

corny: und wenn du 8.6k hands hast solltest du nicht seine verhurtenscheissstats posten sondern seine UTGstats du presslufthammer
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Old Nov 10, 2007, 1:54pm   #6
Marc_HBNord
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Schöner Beitrag, hätte auch meine Geschichte sein können...

Mir geht es grad ganz genau so, bin mittlerweile auch total verunsichert beim spielen...

Deshalb hab ich gestern auch entschieden, einen großen Teil meiner BR auszucashen und nochmal runter auf NL 25 zu gehen und mein Spiel zu verbesseren.

Ich blaub durch die Boni und Rakeback habe ich die letzten Wochen einfach nicht gemerkt, wie schwach mien Spiel eigentlich geworden ist. Das muss ich jetzt wieder ändern....

Wie man mit Tilt umgehen soll kann ich euch leider nicht sagen, denn das ist auch mein größtes Problem!!!
__________________
Lebenslang Grün Weiß !!!

Last edited by Marc_HBNord; Nov 10, 2007 at 1:57pm.
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Old Nov 10, 2007, 2:25pm   #7
MostPreciousBlood
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Sehr schöne Beschreibung des Problems, geht mir oft ähnlich. Bei mir bemerke ich immer noch zu oft eine Art one-Hand-Tilt.
Ich sitze an den Tischen, spiel wie immer aber es läuft einfach nicht. Meine cbets werden immer wieder gecallt, ich treff das Board einfach nicht oder stoße mit marginalen Händen wie TPGK immer und immer wieder auf Gegenwehr. Und irgendwann kommt dann so eine Hand, wo sich das donkige Der-hat-doch-nicht-schon-wieder-was-Gefühl einschleicht, dann will ich will endlich mal nen Move machen, hau dem Gegner nen saftigen Raise oder 3bet mit nem mäßigen Hand vor den Latz und schon bin ich in einer Hand nen ganzen oder halben Stack los weil ich mir in solchen Session eiegbntlich grundsätzlich die falschen Spots oder flaschen Gegner für sowas aussuche.
Im Grunde kann ich danach meist sogar recht gut weiterspielen, aber solche Händen passieren mir immer noch viel, viel zu oft, ich vergeige bestimmt so alle 200 bis 300 Hände einen kompletten Stack durch so ne Scheisse.
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Old Nov 10, 2007, 2:55pm   #8
JeyBurns
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Originally Posted by Theoderich der Große View Post
Du spielst wohl higher Limits , wo es Gegner gibt, die sowas ausnutzen können oder hast schlechte Tableselection
Ich spiele zwischen 2/4 FL und 5/10. Die Tische sind meist durchmischt und häufig sitzt nur ein schlechter Spieler mit dabei. Eigentlich reicht das ja. Eigentlich. Tritt o.g. Problem ein, dann geht die sache schnell nach hinten los.
Mir gelingt es zwar den Tisch schnell zu verlassen, aber bis man das Geld wieder reingespielt hat, vergeht einiges an Zeit.

Ein wenig habe ich sogar das Gefühl, dass "tilten" saisonal anders auftritt. Im Moment passiert es mir viel häuifiger. Vor 2 Monaten dachte ich noch, ich wäre nahezu Tiltresistent.
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Old Nov 10, 2007, 3:33pm   #9
greco
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Wenn man auf Tilt ist einfach auf NL2 gehen 20d verblasen und dann schlafen oder ficken gehen.
Achso man sollte mindestens 80/30 spielen.
Phil Ivey hört auf wenn er 3 Buyins down ist.
Was auch gut ist, ist PLO spielen so ca 60k Hände. Danach ist man entweder am Ende oder Tiltresistenz.
PS: Ich versaufe meine Stacks, das ist noch viel schlimmer, da man gar nicht merkt wie scheiße man spielt.
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Old Nov 10, 2007, 3:37pm   #10
john_delay
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was ich bei mir selbst beobachtet habe:

es kommt sehr stark darauf in welcher "Verfassung" ich mich befinde wenn ich an die tables geh.
komm ich z.B. nach nem anstrengend Tag heim (oder wenn Bayer wie grade eben ne Klatsche kassiert, omg!), bin (leicht) gestresst,genervt,müde läuft es sehr oft schlecht. ich neige eher zu overplay,bluffing, habe nicht die nötige Geduld. ->tilt dementsprechend leicht
setz ich mich dagegen gut gelaunt, z.B. nach nem guten Tag in der Uni, nem schönen Fernsehabend, gutem Essen, Sex mit der Freundin, usw läuft es von anfang an besser. bei schlechten karten verlier ich wenig, beats verkrafte ich besser. bei guten karten gewinn ich mehr, ich hab einfach die Ruhe und Gelassenheit, kann mich stärker fokussieren&konzentrieren.

deshalb fang ich mittlerweile schon gar nicht mehr an zu Pokern, wenn ich mies drauf bin. das saved mir die meiste kohle.
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"Video games don’t affect kids. If pacman affected us as kids, we’d all be sitting in dark rooms swallowing pills while listening to repetitive music."
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