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Old Oct 21, 2006, 2:20pm   #1
vodoo
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vodoo
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Glaubt jemand wirklich im Ernst, daß die Debatte ob Poker ein Glücks- oder Geschicklichkeitsspiel ist, gesellschaftlich geführt werden wird?? Gibt es dafür genügend Interesse? Überhaupt sinnvolle Argumente?

Beim Poker spielt der Faktor Glück nunmal zumindest kurzfristig eine große Rolle. Und wenn man Poker spielt, dann nicht gleich jahrelang, sondern eine Session. Außerdem sollte man bei der Definition von "Glücksspiel" sicher nicht mit dem Erwartungswert argumentieren. Das ist doch für das Thema "Glück" völlig unerheblich, ob man einen positiven oder negativen Erwartungswert hat. Erheblich scheint mir bei der Definition zu sein, daß kurzfristig das Glück entscheidet. Daß zusätzlich noch Strategie, Taktik, Konzentrationsfähigkeit und viele andere Dinge eine Rolle spielen ist sicher richtig. Aber das ist selbst beim Roulette auch so. Wer immer gleichzeitig den selben Betrag auf Rot und Schwarz setzt und dabei auch die Null entsprechend bedenkt, der hat konstant sogar einen sicher negativen Erwartungswert ganz ohne Glück! Bei jedem Spiel wir er gleichviel verlieren. Und ist das Roulette deswegen nun kein Glücksspiel mehr, wenn man es so spielt? Gerade die Tatsache, daß es bei einem Spiel einen Erwartungswert gibt, beweist doch, daß es sich um ein Glücksspiel handelt!
Man spielt um Geld und der Faktor Glück ist kein unerheblicher. Also Glücksspiel!

Nur: was soll es bedeuten? Ist es im realen Leben nicht ganz genauso? Manche Dinge und Ereignisse kann man nicht mit nochsoviel Geschick und Talent herbeiführen. Der Blumentopf auf dem Kopf, die zufällige Begegnung mit der Traumfrau bei Aldi an der Kasse: die Tatsache, daß sie gerade auch auf der Suche nach einer neuen Herausforderung und Montag wird geheiratet und alles wird wieder gut.

So ist das Leben und so ist das Pokerspiel. Voller Faszination, Glück und auch Leid. "Normales Unglück statt neurotischem Elend" war ein Leitspruch von Sigmund Freud. Das Leben kann wie das Pokerspiel auch süchtig machen. Dem entgegenzuwirken ist sicher auch Aufgabe des Staates. Die Bürger so sehr vor sich selbst zu schützen nicht unbedingt. Dadurch, daß man Alkohol ode Nikotin verbietet wird man der Sucht ganz sicher nicht beikommen. Daß man dafür aber extra wirbt, das muss vielleicht auch nicht sein? Das Spannungsfeld ist abgezeichnet, die Auseinandersetzung scheint eröffnet. Soll es erlaubt bleiben bzw. werden!, daß Menschen in diesem Staate online Poker spielen oder soll der Staat seiner Fürsorgepflicht hier Rechnung tragen?

Ich glaube, je besonnener und "vernünftiger" man hier mit diskutiert und auch die Argumente der Gegenseite nicht gleich für völlig absurd ansieht, umso mehr Hoffnung darf man vielleicht auch hegen, daß andere die eigenen Wünsche und Sehnsüchte respektieren, ohne uns Pokerspieler gleich als soziopathische Suchtopfer zu diffamieren.

Wie wäre es einmal damit, die gesundheitsförderlichen! Vorteile des Pokerspiels: Stärkung der Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer, Kreativität, gesellschaftliche Geselligkeit (weitere sind bitte zu ergänzen!) in die Waagschale zu werfen? Poker als keineswegs ungefährliche aber oft hilfreiche "Therapie" bzw. Art der Selbstverwirklichung!. Dazu sollte man dann allerdings auch inhaltlich gemeinsam Projekte erstellen und etwas bewegen, statt z.B. nur als Interessenvertretung und Lobby aufzutreten versuchen. Nicht nur in der Spielbank, sondern auch für gemeinnützige Zwecke sind Glücksspiele z.b. erlaubt!

Liebe Grüße

vodoo


BERLINER POKERCLUB in spe:
Wer sich gerne in diesem oder ähnlichen Sinne in Berlin an entsprechenden Projekten bzw. einem solchen Poker-Verein engagieren bzw. beteiligen möchte, der melde sich unter PokerclubBerlin ät aol.com!
Wir freuen uns über jedeN.
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Old Oct 21, 2006, 3:45pm   #2
vans138
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Wie wäre es einmal damit, die gesundheitsförderlichen! Vorteile des Pokerspiels: Stärkung der Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer, Kreativität, gesellschaftliche Geselligkeit (weitere sind bitte zu ergänzen!) in die Waagschale zu werfen? Poker als keineswegs ungefährliche aber oft hilfreiche "Therapie" bzw. Art der Selbstverwirklichung!.
vodoo

Sorry aber diese "Vorteile" sind leider zu einfach zu widerlegen.
Ich glaube nicht, das man wirklich objektiv argumentieren kann.
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Old Oct 21, 2006, 3:59pm   #3
vodoo
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Sorry aber diese "Vorteile" sind leider zu einfach zu widerlegen.
Ich glaube nicht, das man wirklich objektiv argumentieren kann.
Du meisnt man kann einfach widerlegen, daß Poker die Konzentrationsfähigkeit schult, das Denkvermögen, die Ausdauer? Daß es keine objektiven Vorteile von Pokerspielen gibt? Daß es so ist wie mit Rauchen? Es gibt keine Vorteile? Vom möglichen finanziellen Gewinn abgesehen ist Pokerspielen selbstschädigend? Oder zumindest nicht förderlich?

*Erstaunt guck*
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Old Oct 21, 2006, 4:00pm   #4
pattern
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Das beste Argument gegen ein Verbot von Onlinepoker sind meiner Meinung nach die Grundrechte eines Staatsbürgers.
Ich weiß nicht, wie die Gesetzeslage in Deutschland genau aussieht, aber in Österreich ist im Staatsgrundgesetz ziemlich eindeutig festgehalten, dass die bürgerlichen Freiheiten zu wahren sind.

z.B.
Quote:
Jeder Staatsbürger kann an jedem Orte des Staatsgebietes seinen Aufenthalt und Wohnsitz nehmen, Liegenschaften jeder Art erwerben und über dieselben frei verfügen, sowie unter den gesetzlichen Bedingungen jeden Erwerbszweig ausüben.

...
Es steht jedermann frei, seinen Beruf zu wählen und sich für denselben auszubilden, wie und wo er will.

Was soll den Staat also dazu berechtigen, mir vorzuschreiben, was ich mit meinem Geld zu tun und zu lassen habe, solange kein Dritter dadurch unverschuldet zu Schaden kommt?
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Old Oct 21, 2006, 4:08pm   #5
vodoo
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Was soll den Staat also dazu berechtigen, mir vorzuschreiben, was ich mit meinem Geld zu tun und zu lassen habe, solange kein Dritter dadurch unverschuldet zu Schaden kommt?

Ja, dann darfst Du Dir auch Heroin kaufen wie Du möchtest? Klar kann man so argumentieren, aber ganz so einfach ist es nicht. Wer hat den Schaden, wenn Du eine Psychose vom Heroin davonträgst und erwerbsunfähig wirst? Wer bezahlt die Krankenhauskosten? Das muss man schon diskutieren dürfen, was der tStaat per Gesetz vorschreibt und was nicht. Außerdem hast Du Vorbildcharakter und eine Verantwortung für die Jugend... ;-) Wenn Poker so schädlich ist, dann muss ein eingeschränkt werden. Mein Vorschlag ist ja eher die Vorteile aufzuzählen. Ich glaube daran, daß Pokerspielen auch viel Entwicklung ermöglichen kann und deshalb mit Heroin nicht recht verglichen werden muss. (aber teilweise natürlich kann - auch um Unterschiede deutlich zu machen)
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Old Oct 21, 2006, 4:17pm   #6
pattern
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Mein Vorschlag ist ja eher die Vorteile aufzuzählen. Ich glaube daran, daß Pokerspielen auch viel Entwicklung ermöglichen kann und deshalb mit Heroin nicht recht verglichen werden muss. (aber teilweise natürlich kann - auch um Unterschiede deutlich zu machen)
Das Problem ist, dass eine solche Argumentation außer Pokerspielern keinen interessiert! Wenn man allerdings die "Freiheitskeule" auspackt, werden vielleicht mehr Leute hellhörig.

Abgesehen davon dass der Vergleich mit Heroin etwas hinkt, lässt sich allerdings auch diskutieren, ob der Erwerb illegaler Substanzen tatsächlich vom Staat verboten werden muss. Durch den Kauf von Drogen schadet man sich (erstmal direkt) nur sich selbst, durch den Verkauf schadet man potentiell anderen. Also trifft die Hauptschuld den Verkäufer. Aber das ist ein anderes Thema
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Old Oct 21, 2006, 4:18pm   #7
vans138
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Du meisnt man kann einfach widerlegen, daß Poker die Konzentrationsfähigkeit schult, das Denkvermögen, die Ausdauer? Daß es keine objektiven Vorteile von Pokerspielen gibt? Daß es so ist wie mit Rauchen? Es gibt keine Vorteile? Vom möglichen finanziellen Gewinn abgesehen ist Pokerspielen selbstschädigend? Oder zumindest nicht förderlich?

*Erstaunt guck*
Ich glaube, das man die Vorteile leicht widerlegen kann. Es hängt dabei auch sehr vom Standpunkt ab.
Konzentrationsfähigkeit?! Nur so als Frage, wer spielt wirklich nur einen Tisch und konzentriert sich dabei zu 100%. Die meisten spielen Multitables und benutzen PT.

Ausdauer?! Glaube nicht, das das sitzen vor dem PC für die Ausdauer förderlich sind.


Versteh mich nicht falsch, ich bin pro Poker! Nur ich glaube, das man die Vorteile, erst erkennt, wenn man sich lange und ausführlich damit beschäftigt! Das werden die "Leute" nicht tun und deswegen wird eine Argumentation schwierig.
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Old Oct 21, 2006, 4:24pm   #8
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find das argument: glücksspiel ist für die meisten menschen eine freude genauso wie computer spielem oder fernsehschauen. Wenns krankhaft wird muss man es nur gut behandeln wie jede andere sucht auch. am besten
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Old Oct 21, 2006, 4:26pm   #9
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Ich glaube, das man die Vorteile leicht widerlegen kann. Es hängt dabei auch sehr vom Standpunkt ab.
Konzentrationsfähigkeit?! Nur so als Frage, wer spielt wirklich nur einen Tisch und konzentriert sich dabei zu 100%. Die meisten spielen Multitables und benutzen PT.

Ausdauer?! Glaube nicht, das das sitzen vor dem PC für die Ausdauer förderlich sind.


Versteh mich nicht falsch, ich bin pro Poker! Nur ich glaube, das man die Vorteile, erst erkennt, wenn man sich lange und ausführlich damit beschäftigt! Das werden die "Leute" nicht tun und deswegen wird eine Argumentation schwierig.
a, aber gerade das ist doch die spannende Argumentation, finde ich! Wenn Pokerspieler eh nur mehr oder weniger alkoholsüchtige Spielernaturen sind, die imit ihrer Feizeit nicht rechtes anzufangen wissen, und eben abhängen, mein Gott, dann verlieren sie soviel nun auch nicht, wenn man ihnen das Laster nimmt. Ich argumentiere, daß es zu meiner Selbstverwirklichung wichtig ist! Es macht mri Spaß, es schult mich, ich versuche mich zu verbessern, entwickeln, etc pp. Deshalb möchte ich nícht, daß es mitr genommen wird. Schachspielen ist nunmal anders. Aber für mich nicht, weil ich damit mehr Geld verdienen könnte. (Ist gar nicht sicher, immerhin habe ich einen Schachtrainerschein...)
Natürlich (er)kennt man die Vorteile erst nach einer Zeit. Deshalb ja die Idee hier zu sammeln und sich auszutauschen!

Eine Kampagne Marke "Freie Fahrt für freie Bürger" erscheint mir mehr als fahl und abgegessen..
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Old Oct 21, 2006, 4:40pm   #10
vans138
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Ich argumentiere, daß es zu meiner Selbstverwirklichung wichtig ist! Es macht mri Spaß, es schult mich, ich versuche mich zu verbessern, entwickeln, etc pp. Deshalb möchte ich nícht, daß es mitr genommen wird.
Diese Aussage fällt aber genau in Sparte "Frei Fahrt für freie Bürger".
Was man als Selbstverwirklichung ansieht ist leider subjektiv, für manche ist es schnelles Autofahren oder Drogen.
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